Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
9. Klassen in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
bei Linz/Österreich
Wir, die Klassen 9 abc hatten uns schon gegen Ende der 8. Klasse im GSE-Unterricht mit dem Thema „Nationalsozialismus und Judenverfolgung“ beschäftigt. Dies vertieften wir gleich zu Beginn der 9. Klasse erneut.
Außerdem erarbeiteten wir im Deutschunterricht die Lektüre „Die Welle“ von Morton Rhue. Darin wird ein in den USA tatsächlich geschehener Schulversuch beschrieben, in dem ein Lehrer versuchte seine Schüler derart zu manipulieren, dass sie am Ende selbst zu einer Art „Nazis“ wurden. Sie bedrängten, bedrohten und verfolgten Mitschüler, damit diese Mitglied in ihrer Gemeinschaft werden.
Zusätzlich informierten wir uns auf der tollen homepage der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und sahen uns auch einen Film an, in dem nachgestellt wurde, wie im Jahr 1945, kurz vor Ende des Krieges, ein Ausbruchsversuch aus dem Lager auch mithilfe der einheimischen Bevölkerung brutal wieder beendet wurde. Dies war die sogenannte „Mühlviertler Hasenjagd“!
Bei unserer Unterrichtsfahrt am 05. Oktober wurden wir von österreichischen Zivildienstleistenden bzw. Studenten hervorragend durch die Anlage geführt. Diese gaben sich große Mühe mit verständlichen Worten und viel Anschauungsmaterial uns die damalige Situation näher zu bringen. Dieses Erlebnis war so intensiv, dass nicht wenige mit ihren Tränen zu kämpfen hatten.
Die Klasse 9a erlebte noch eine besonders eindrucksvolle Situation, als sich gegen Ende der Führung ein über 80-jähriger Mann mit Krücken unerwartet zu unserer Gruppe stellte und dann auch kurz einige Sätze zu uns sprach. Er schilderte mit erstickter Stimme, wie er als 8-Jähriger erlebte, dass sein bester Freund auf einem Lastwagen abtransportiert wurde, weil er Jude war. Er selbst war ebenfalls schon auf den Lkw geklettert, weil er ihn nicht alleine lassen wollte. Die Soldaten warfen ihn aber wieder vom Laster . Er sah seinen Freund nie wieder.

